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SÜDSTAATEN-SOUL IM OKTETT
den spitznamen ST. PAUL hat PAUL JANEWAY bekommen, weil er früher sehr oft in die kirche gegangen ist. er hatte als kind sogar mal überlegt, prediger zu werden. später hat er dann sein geld als buchhalter verdient, aber diese zeit liegt auch schon lange hinter ihm. als glücksfall für den mann aus birmingham/alabama erwies sich seine entscheidung, zusammen mit seinem kumpel JESSE PHILLIPS eine band zu gründen. ST. PAUL & THE BROKEN BONES heißt die combo seit 2012 und sie knüpft an den soul der 60er jahre an, wie er in memphis und muscle shoals im süden der usa entstanden ist. OTIS REDDING, MARVIN GAYE und SAM COOKE zählt janeway zu seinen lieblingssängern. die BROKEN BONES sind inzwischen zu einer achtköpfigen combo angewachsen, die diesen retro-soul pflegt und zusammen mit anderen künstler*innen populär gemacht hat.
sechs alben und zwei eps haben ST. PAUL & THE BROKEN BONES bisher veröffentlicht, die aktuelle platte kam im vergangenen herbst auf dem thirty tigers label heraus und heißt schlicht „st. paul & the broken bones“. mit den neuen songs und natürlich älterem material kommt das oktett im februar nach längerer pause mal wieder nach hamburg und macht im mojo club station.

das konzert ist jedoch schon ausverkauft, so dass fans ohne ticket die band nur vor den eigenen lautsprechern erleben können. das allerdings lohnt sich, denn auch die jüngste platte ist ein erstklassiges beispiel für südstaaten-soul, der den sprung aus der vergangenheit in die gegenwart geschafft hat.
die drei bläser der BROKEN BONES setzen in den neuen songs immer wieder akzente. in „i think you should know“ entwickelt sich ein spannendes gegeneinander von JANEWAYS falsett-stimme und dem baritonsaxofon von AMARI ANSARI. überhaupt versteht sich die band auf erstklassige arrangements, in denen sie wie bei „nothing more lonely“ auch streicher und chöre einsetzen. aufgenommen wurde „st. paul & the broken bones“ übrigens in den legendären fame-studios in muscle shoals/alabama, in denen unter anderem anderem ARETHA FRANKLIN, WILSON PICKETT und ETTA JAMES aufgenommen haben.

MIT DER PRÄSENZ EINES PREDIGERS
mittelpunkt der BROKEN BONES ist weiterhin PAUL JANEWAY. er agiert auf der bühne wie ein prediger, immer in engem kontakt mit seinem publikum. in seinem gesang stecken jede menge leidenschaft und viel wärme. „musik verstehe ich als spirituelle erfahrung“, hat er mal in einem interview gesagt. in den konzerten seiner band kommt viel davon rüber. die meistens songs seiner band grooven und sind wie gemacht für eine soul-party, „sushi and coca-cola“ und „change a life“ mit dem vorwärts treibenden beat sind dafür gute beispiele.
nur ab und an – wie bei „going back“ – wird das tempo etwas herausgenommen und diese nummern bekommen dann etwas balladeskes – was dem soul mit seiner engen bindung zum blues seit ewigen zeiten immanent ist. auf jeden fall ist diese band immer elektrisierend – egal, ob auf der bühne oder im studio.
HEINRICH OEHMSEN
am 07 FEB 2026 spielen ST. PAUL & THE BROKEN BONES im mojo club.