zuerst via mojo wire lesen?
put me on the list
zwei monate vor seinem auftritt im mojo club hat der schwedische singer-songwriter neue musik veröffentlicht. CELESTE DITTBERNER hat reingehört.
JOSÉ GONZÁLEZ aktuelles album „against the dying of the light“ [city slang] wirkt beim ersten hören fast trügerisch leicht. bis klar wird, worum es eigentlich geht: die sorge um die zukunft der menschheit, den rasanten ki-fortschritt und die macht einzelner. genau dieser kontrast macht das album so spannend. JOSÉ’S glockenklare stimme, die sanften melodien und dieses filigrane gitarrenzupfen legen sich wie ein wohliger, fast meditativer schleier über die songs. umso mehr trifft es einen fast mit voller wucht, wenn man merkt, wie schwer und teilweise düster die themen darunter eigentlich sind.

schon der opener „a perfect storm“ zeigt das ziemlich deutlich. klanglich bleibt JOSÉ GONZÁLEZ erstmal in seiner komfortzone: intime folk-arrangements, zurück-haltender, emotionaler gesang. und doch ist diesmal etwas anders. GONZÁLEZ ist energischer, wirkt teilweise sogar frustriert oder gar wütend. dabei geht es ihm aber nicht um irgendwelche verschwörungstheorien. vielmehr spricht aus dem song die subtile sorge, dass wir im ganzen technologischen fortschritt unser eigenes inneres licht, unser mitgefühl und unsere kreativität verlieren könnten. gleichzeitig erkennt er aber auch klar die chancen, die darin liegen, wenn wir verantwortungsvoll damit umgehen. dieser humanistische, hoffnungsvolle blick zieht sich auch durch den rest des albums. denn trotz der thematischen schwere gibt es auch lichtblicke auf dem album, die eben nicht nur leicht und fröhlich klingen, sondern das auch thematisch widerspiegeln.
so bringt „you & we“ wärme und zusammenhalt, während „joy“ im stil von NEIL YOUNG das album hoffnungsvoll abschließt. am ende zeigt GONZÁLEZ einmal mehr, dass kritik alles andere als laut sein muss.
CELESTE DITTBERNER