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MAMMAL HANDS: „CIRCADIA“ (REVIEW)

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knapp drei monate vor ihrem konzert im mojo club hat das britische jazz-trio MAMMAL HANDS sein neues album „circadia“ veröffentlicht. WENCKE RIEDE hat reingehört.

mit „circadia“ schlägt das britische trio MAMMAL HANDSein neues kapitel auf. seit ihrer gründung 2012 in norwich bewegt sich die band zwischen jazz, minimalismus und elektronischer rhythmik. ihr sechstes album wirkt nun wie eine leise neuausrichtung innerhalb ihres vertrauten klangkosmos. sowohl der wechsel vom manchester-label GONDWANA RECORDS zum deutschen label ACT MUSIC als auch der einstieg des neuen schlagzeugers ROB TURNER verleihen dem sound der band eine spürbar andere energie. 

im zentrum von „circadia“ stehen weiterhin die repetitiven klavierakkorde von NICK SMART, die sich wie ganz zarte, minimalistische muster entfalten. doch auf der neuen platte reagieren schlagzeug und saxophon unmittelbarer auf diese strukturen. TURNERS präzises, von elektronischer musik geprägtes spiel treibt die stücke spürbar voran, während JORDAN smart mit langen saxophonlinien spannung aufbaut. so entsteht ein klang, der sich in dunklere sphären bewegt und zugleich raum für die warmen, tragenden töne von klavier und saxophon lässt. besonders hörbar wird das im stück „paper boats“, das aus einem ruhigen pattern heraus langsam an intensität gewinnt. auch das stück „submerge“ zeigt diese neue dynamik. das saxophon wirkt hier beinahe unruhig, während sich unter der oberfläche ein dunkler, pulsierender rhythmus formt.

WENIGER BRUCH, MEHR WEITERENTWICKLUNG 

gerade diese balance macht „circadia“ so überzeugend. MAMMAL HANDS bleiben ihrem meditativen kern treu, öffnen ihre musik jedoch stärker für bewegung und groove. die stücke bleiben kompakt, verlieren dabei aber nie ihre hypnotische wirkung. so entsteht ein album, das die musikalische sprache der band erweitert. „circadia“ ist damit weniger ein bruch als eine weiterentwicklung und zeigt zugleich, wie selbstverständlich zeitgenössischer jazz heute brücken zur elektronischen clubästhetik schlagen kann.

WENCKE RIEDE